Dominikanische Republik: Bankräuber gestellt und hingerichtet

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Bonao.- Zu dieser Meldung muss man weit ausholen, denn es ist mehr als nur ein Bankraub und ein toter Verbrecher. Hinter den Kulissen gab es eine Menge Aufregung. Die Rede ist von John Percival Matos und einem seiner Bandenmitglieder, Bryan Peter Fabian Paulino. Beide starben gestern im Kugelhagel der Polizei, es gab diverse Berichte, teils widersprüchliche.

John Percival ist der Sohn eines pensionierten Generals, dieser hatte gestern noch einen Aufruf gestartet und seinen Sohn gebeten sich zu stellen. Er ahnte wohl das Vorhaben der Polizei, denn eine Verhaftung scheint niemand gewollt zu haben. Percival und seine Bande werden diverse Raubüberfälle zugesprochen, darunter der Raubüberfall auf einen Geldtransporter vor der Bella Vista Mall vor wenigen Wochen. Damals kam ein Sicherheitsmitarbeiter ums Leben, diese Woche gab es einen ähnlichen Überfall auf einen Geldtransporter vor dem Plaza Lama Einkaufszentrum. Erneut wurde ein Wachmann verletzt.

Da die Überfälle offensichtlich gut geplant waren (Hintergrundinformationen wohl existierten), zudem die Täter über ein M16 Sturmgewehr verfügten, gab es einige Fragen. Percival selbst war auch beim Militär, wurde aber entlassen. Und seine Verbrecherkarriere wurde nun, so sagen einige Fachleute, mit einem Exempel beendet.

Das Verbrechen hat keine Chance, dies soll dem Volk vermittelt werden. Man spricht von mehr als 100 Einschüssen, auf das Opfer, auf den Wagen. Ein Schusswechsel mit der Polizei? Nein, Feuer frei für Polizei und Militär. Der Fall wirft mehr und mehr Fragen auf.

Zuerst wurde bezweifelt, dass man überhaupt den wahren Täter gefasst hat. Das angebliche Tattoo, welches Percival identifiziere, sei aufgemalt worden. Schnell kursierten Gerüchte und es gibt unterschiedlichste Aussagen der verschiedenen Staatseinrichtungen. Während schon in der Presse stand dass es bestätigt wurde, dass man Percival gestellt und erschossen habe, erklärte ein anderer Militär, der bei der Aktion vor Ort war vor laufenden Kameras: es war nicht Percival…Video: https://www.facebook.com/paul.almanzarhued/videos/1290797180941606/?autoplay_reason=ugc_default_allowed&video_container_type=1&video_creator_product_type=2&app_id=350685531728&live_video_guests=0

Wie auf einem Foto zu sehen ist, Wagen und Fahrer wurden durchsiebt von Kugeln. Andererseits gibt es eine TV-Berichterstattung, die weitere Fragen aufwirft. Unumstritten, der Verbrecher war in einer Cabaña (Fuente del Placer, Casita 9, an der Autopista Duarte) untergekommen. Innerhalb des Motels soll es mehrere Tote gegeben haben, eine Zahl wird nicht genannt. Nur die beiden Namen der Bankräuber. Es gibt genügend Links zu grausamen Bildern, in vielen Medien frei veröffentlicht, Kinder und Jugendliche sehen etwas, was der Jugendschutz unter Strafe stellt. Doch hier geht es der Regierung nicht um Jugendschutz, man will den Kriminellen zeigen: Die Polizeigewalt duldet kein Verbrechen, wir schlagen zurück, mit brachialer Gewalt. Da können Bilder nicht grausam genug sein. Wer es sehen will, hier der Link: https://www.youtube.com/watch?v=wiMX5YDKL0c

In einer Meldung stand, dass mehr als 100 Kugeln trafen. (http://www.metrord.do/noticias/percival-matos-recibio-mas-de-cien-impactos-de-balas/ftwplB—aq2oOHwH1u9EM/)

Im TV- Bericht hier (https://www.youtube.com/watch?v=lNqT7eZ12QA) kommt man zu weiteren Fragen in diesem Fall. Demnach war der Räuber in dem Zimmer, dort wurde mit Tränengas der Mann außer Gefecht gesetzt. Verschiedene Projektile (darunter mit großen Kaliber – Sturmgewehren) schlugen im Bad und in Zimmer ein. Nun fragt man sich, wie ein mit Tränengas und Kugeln beschossener Mann noch fliehen wollte? Wie gelangte er noch in den Wagen? Konnte das elektrische Tor öffnen und wollte nackt fliehen? Demnach will man schon den Berichten Glauben schenken die sagen: Percival wurde erschossen, dann ins Auto gesetzt und weiter beschossen. Zumindest sieht man nicht, dass in diesem Video der Verbrecher schießt. Polizisten und Militär laufen relativ entspannt herum und nehmen das Fahrzeug weiter unter Beschuss.

Am Ende darf man festhalten: 2 tote Bankräuber und ein Fall, der Amnesty International sicher beschäftigen wird. Das Volk jedoch wird sich nicht um Menschenrechte Gedanken machen, denn kaltblütige Verbrecher wie Percival finden keine Gnade. Schließlich kannten die Bankräuber auch keine Gnade bei den Sicherheitsbeamten. Eine Videoaufzeichnung vom damaligen Überfall vor der Bella Vista Mall zeigte deutlich dass der Wachmann keine Chance hatte. Er wurde kaltblütig erschossen. Leider erfährt man nun auch nichts über die vermutlichen Hintermänner.

Feuer frei

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