
Santo Domingo.- Die Kohlekraftwerke wurden von der alten Regierung (PLD) angepriesen wie warmes Brot: Das Ende des Stromdefizites, modernste Technologie, so die Versprechen. Ursprüngliche Baukosten der beiden Kraftwerke sollten bei 600 Mio. USD liegen. Schon wenig später lagen diese 10 % höher, stiegen weiter. Am Ende kam es zu einem großen Skandal, der Erbauer Odebrecht und ein Konsortium verlangten weitere hunderte Millionen USD, es ging vor ein internationales Gericht, es musste verhandelt werden. Entweder die Regierung zahlt, oder die Kraftwerke werden nicht fertiggestellt. Medina empfahl damals, nicht mehr als 800 Mio. USD für dieses Bauwerk zu zahlen.
Heute ist das Kraftwerk noch immer nicht in der Lage mit voller Leistung Strom zu produzieren, Stromdefizite bleiben dem Land weiterhin erhalten. Nicht nur das, die beste Technologie von Kohlekraftwerken produziert Tonnen von hochgiftigen Aschebergen, diese lagern in einem Gebiet mit der höchsten Bevölkerungsdichte des Landes.
Eine Kommission der neuen Regierung, welche seit dem 16. 8. 2020 im Amt ist, forscht nun im Falle der beiden Kohlekraftwerke Punta Catalina bei Haina. Die angezeigten Kosten liegen nun bei 1.945 Mio. USD, das ist mehr als das Dreifache der ursprünglichen Baukosten, wenn man alle verbundenen Kosten zusammengezählt hat.
Diese Praktik ist nicht ungewöhnlich, die PLD baute auch die Metrolinien I und II und mit diesem Vorzeigeprojekt in der Karibik wurden die Baukosten bei der Linie I um mehr als das Doppelte überschritten, die Linie II wurde gekürzt und dennoch lagen die Kosten über dem Vierfachen des zuerst kalkulierten Preises. Mit der Erweiterung der Linie II kam man dann auf das mehr als 5fache der veranschlagten Kosten.