Santo Domingo.- Der Job des Polizeichefs in der Dominikanischen Republik ist vergleichbar mit dem eines Trainerjobs bei manchem Bundesligaverein. Es ist nicht lange her, da wurde die komplette Führungsebene der Polizei im Land ausgetauscht. Der neue Polizeichef versprach, wie seine Amtsvorgänger, einen Reinigungsprozess innerhalb der durch und durch von Korruption versetzten Behörde. US-Botschafter Brewster berichtet allerdings einmal mehr von der Problematik der Korruption in der Dominikanischen Republik, speziell bei der Polizei.
Schon einmal hat James „Wally“ Brewster, Botschafter der USA in Santo Domingo, die Korruption im Land angeprangert. Man begegne ihr auf jedem Meter, in jeder Behörde des Landes. Nun gab er vor der Amerikanischen Handelskammer bei einer Rede bekannt, dass eine Gruppe ausländischer Investoren, von ihm ins Land eingeladen, von einer Polizeipatrouille gestoppt wurden und Geld forderten. Als Resident kennt man diese Gewohnheit, gerade jetzt in der Weihnachtszeit wird von der Polizei vermehrt „kontrolliert“. Es finden sich immer „Kleinigkeiten“ die man zu etwas Großem aufbauscht um sie dann, gegen Zahlung eines „Trinkgeldes“ völlig vergessen könnte.
Brewster forderte die dominikanische Bevölkerung auf endlich aufzuhören mit dem Gejammer und die Korruption zu bekämpfen. Außerdem stellte er klar, dass die „Städtische Sicherheit“ eine Herausforderung für die Regierung sei, für eine Nation die vom Tourismus lebe.
Brewster, selbst homosexuell und mit einem Mann in Ehe lebend, sorgte schon vor seinem Amtsantritt für Aufregung. Vor allem die Kirche wollte ihn nicht im Land haben. Regierungspräsident Medina verteidigte jedoch den Beschluss von US-Präsident Obama und meinte damals, dass Brewster als Diplomat komme und seine Pflichten erfüllen werde.
Dies macht der US-Botschafter auf beeindruckende Weise. Wenig diplomatisch, dafür um so ehrlicher, macht er auf Fehler aufmerksam und setzt sich in der Dominikanischen Republik ein für Kinder wohnhafter Ausländer (Haitianer), für Patienten mit HIV, kämpft gegen die Diskriminierung der Frau und fordert die Einführung des Sexualkunde-Unterrichts in Schulen (in Hinblick auf die steigende Zahl von Kinderschwangerschaften). Gleichfalls setzt sich der Diplomat ein für die Gemeinschaft der LGBT (Lesben, Gays, Bi und Transsexueller) und kämpft für deren Akzeptanz.