Santiago.- Die Dominikanische Republik wirbt mit Ökotourismus, zeigt Traumlandschaften und redet von Artenvielfalt in Flora und Fauna. Soweit die heile Tourismuswelt. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Umwelt- und Naturschutz stecken noch nicht einmal in den Kinderschuhen, man tritt die Natur mit Füßen. In jeder Stadt sieht man die Beweise, Müll überall und in manchen ländlichen Regionen verzichtet man auch auf die Müllabfuhr. Was nicht verbrannt werden kann, das landet auf der Straße. Von der gelangt es über Kanäle in Bachläufen und weiter in Flüssen.
Der Rio Yaque del Norte ist der größte Fluss in der Dominikanischen Republik, doch seine Verschmutzung beginnt schon im Zentralgebirge. Die arme Landbevölkerung hat keine Septicos (Abwassertanks), hier geht man noch auf Latrinen. Bakterien gelangen über das Grundwasser in den Fluss. Hinzu kommt der Wohlstandsmüll. Je weiter man dem Flussverlauf folgt, desto mehr nimmt die Verschmutzung zu. Illegal landen Abfälle von Schlachtereien ebenso im Wasser wie Gifte und Chemikalien von Unternehmen.
Ob Gesundheitszentren, Unternehmen, Privathaushalte, sie sehen im Fluss eine schwimmende Müllentsorgung. Die Ökologische Gesellschaft des Cibao hat die Regierung jetzt dazu aufgerufen für den Yaque del Norte den Umweltnotstand auszurufen.
Da die Verschmutzung schon kurz nach der Quelle im Loma La Rusilla, nahe von Jarabacoa beginnt, fordern die Umweltschützer die Regierung auf, auch die Nebenläufe des Yaque zu kontrollieren, über diese gelangen ebenfalls Gifte und Unrat in den Hauptfluss. Wie die Organisation sagt, hat der Verschmutzungsgrad schon lange jedes Limit überschritten. Das hydrographische Hauptbecken der Dominikanischen Republik hat sich in eine Kloake und Müllhalde verwandelt, so die Umweltschützer.