Dominikanische Republik: Trockenperiode und Umweltfrevel betrifft den Tourismus

ellimon

Samana.- Die Dominikanische Republik hat seit Monaten kaum Niederschläge verzeichnet. Stauseen trocknen aus, der Notstand in der Wasserversorgung, vor allem in Santo Domingo, war im roten Bereich. Die Wasserreservate hatten nur noch Wasser für weniger als 2 Wochen. Immer wieder kamen dann ein paar rettende Niederschläge, doch in manchen Regionen ist es immer noch zu wenig. Nicht nur Menschen und Tiere, Landwirtschaft und Natur leiden, auch der Tourismus.

Im Land gibt es zahlreiche Wasserfälle, sie sind eine Attraktion und locken täglich hunderte von Touristen an, zum Beispiel der Wasserfall El Limon auf der Halbinsel Samana. Selbst im Zentralgebirge, traditionell eine grüne Gegend und mit zahlreichen Flüssen gesegnet, die Saltos Baiguate und Jimenoa sind keinen Besuch mehr wert, es sind nur noch Rinnsale die dort zu sehen sind. Besonders betroffen ist aber der Salto El Limon, seit zwei Wochen sieht man nicht mehr sprudelnde Kaskaden, man sieht nur noch Moos am Berg. Die Folgen sind schwerwiegend für die Bewohner welche von den Ausflügen leben. Wer kommt noch, wenn es nichts zu bewundern gibt?

Folglich gibt es Schuldzuweisungen. Es ist nämlich nicht allein die Trockenheit, vor allem der Missbrauch an der Natur hat hier diese schwerwiegenden Folgen ausgelöst. Einmal mehr klagt man das Umweltministerium an welches versagt hat. Schon im Jahr 2007 unterzeichnete man ein Abkommen zwischen Tour-Guides und Umweltministerium, doch der aktuelle Provinzdirektor Gregorio Nuñez aus Samana hat sich wenig gekümmert.

Die Schäden werden hauptsächlich verursacht durch eine schlimme Angewohnheit die man im Dominikanischen „Conuquismo“ nennt. Damit ist gemeint, dass natürliche Flächen mit Buschwerk und Baumbestand durch Brandrodung vom Bewuchs entsorgt werden und man anschließend diese als landwirtschaftliche Nutzflächen verwendet. Wald und Buschlandschaften sind für die Natur aber wichtig, Landwirtschaft zehrt Böden aus. Die Folgen sieht man nun auf der Halbinsel Samana, ebenfalls eine der regenreichsten Regionen der Dominikanischen Republik. Doch leider treibt der Mensch Schindluder, die Behörden schauen zu (und kassieren vermutlich hinten ab).

Solchen Missbrauch sieht man ebenfalls in Jarabacoa. Unkontrolliert baggert man die Flüsse aus um Sand zu gewinnen, entzieht den Flussbetten Steine. Bäume werden rigoros gefällt und Berghänge bekommen Plattformen damit man Bauland gewinnt. Das Umweltamt tut nichts dagegen, außer die Hände aufhalten bei den Personen die hier Geschäfte machen, sei es der lokale Schreiner der Eichenholz braucht (roble) oder der Bauunternehmer der Sand benötigt. Selbst die Rauchfahnen der Holzkohlemeiler übersieht man wissentlich.

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