Dominikanische Republik: Unkontrollierte Mauterhöhungen schaden Samana’s Wettbewerbsfähigkeit

Samana.- Die einzige Urlaubsregion der Dominikanischen Republik mit einer negativen Entwicklung ist Samana. Hier lag die Hotelbelegungsrate 2014 unterhalb der von 2013. Diese Mitteilung machte ASONAHORES, die Vereinigung der Hotels und Tourismusbetriebe. Wie der Cluster Turistico der Region mitteilt, liegt das Problem an der Wettbewerbsfähigkeit zu anderen Urlaubsregionen im Land, hier störe vor allem die hohe Mautgebühr.

Ein nationaler Tourist der von Santo Domingo nach Las Terrenas möchte, der zahlt für seine Fahrt mit dem Auto 1.876 RD$ an Mautgebühren (Hin- und Rückfahrt). Diese hohe Gebühr verbietet es laut Rafael Blanco Tejera vielen Reisenden nach Samana zu kommen. 

In der vergangenen Woche Hat der Minister für Öffentliche Werke (MOPC), Gonzalo Castillo, sich ebenfalls auf die Situation mit der Autobahn Juan Pablo Duarte II bezogen und kündigte an mit den Betreibern der Wegstrecke die Bedingungen neu auszuhandeln. Die zu geringe Nutzung der Autobahn führt dazu dass die Regierung jedes Jahr hohe Subventionen an die Konzessionäre zahlt, man hatte bei der Planung mit einem deutlich höheren Verkehrsaufkommen gerechnet. Im Jahr 2014 zahlte die Regierung der Dominikanischen Republik 2,5 Milliarden RD$ als Ausgleich an die Autobahnbetreiber. Der Vertrag mit dem kolumbianischen Unternehmen hat eine Laufzeit von 30 Jahren. 

Seit der Einweihung dieser Verkehrsader (2012), die den Nordosten des Landes beleben sollte, wurden von der Regierung 5,449 Milliarden RD$ an Subventionen gezahlt. 

Auf den ersten Blick mag man denken dass man richtig liegt, die Maut ist zu hoch. Doch wer macht Urlaub, wenn man von nationaler Touristik spricht? Es sind sicher nicht die über 40% der Menschen die in der Dominikanischen Republik in Armut leben. Es sind auch nicht die immer geringer werdende Zahl an Bürgern aus der Mittelklasse. Wer sich einen Urlaub auf Samana gönnen möchte, der gehört zur oberen Gesellschaftsschicht.

Rund 1.800 RD$ an Mautgebühren, darüber lachen diese reichen Dominikaner doch. Wer Autos der Luxusklasse fährt, der wird sich an den paar „Pesitos“ nicht aufreiben, denn die Autobahn erlaubt ja ein viel sichereres Fahren, bringt eine deutliche Zeitersparnis und somit spart man auch Sprit. 

Der Grund dürfte woanders liegen. Die wenigen Hotels in Samana sind recht teuer, bieten selten Sonderangebote. Da sind die Mitbewerber in Punta Cana deutlich im Vorteil. Mit All Inklusive lockt man nicht nur internationale Touristen, auch Einheimische lieben dieses Konzept. So viel Essen und Trinken wie man möchte, dazu Strand und Sonne, mehr erwartet auch ein dominikanischer Wochenend-Ausflügler nicht. Und was bietet da Samana? In Las Terrenas ist die Situation noch viel differenzierter. AI-Hotels sind kaum vorhanden. Meist sind es kleinere Hotels und Pensionen welche mit ihren Übernachtungspreisen schon oft ein AI-Angebot von Punta Cana oder Puerto Plata übertreffen. Dazu kommen dann Restaurant-Besuche. Mit anderen Worten: Das Konzept von Samana mit seinen Gemeinden Las Galeras und Las Terrenas war nie ausgelegt auf günstigen Massentourismus, es war ausgerichtet auf Komfort und Luxus. Luxus-Appartements und Ferienwohnungen, Ferien-Villen, High End. Doch von dieser Zielgruppe hat man nur wenige Urlauber im eigenen Land. Denn wer reich ist, und wir reden hier von Multi-Millionären, der hat auch sein eigenes Feriendomizil. 

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