
Cabarete.- In der großen Medienwelt der Dominikanischen Republik sieht man einmal mehr was Pressefreiheit bedeutet. In den großen Printmedien findet man keine Schlagzeile darüber was in Cabarete vorgeht. Hier gab es am Wochenende Krawall und wütende Proteste, gerichtet an die regionale Führung des Tourismus in Puerto Plata.
Mit brennenden Reifen wurde unter anderem demonstriert, aber wichtiger sind die Forderungen der Protestler. Man fordert die Entlassung von Lorenzo Sancassani, dem eigens zur Unterstützung des Vizetourismusministers von Puerto Platas eingestellten „Tourismus-Direktors“. Man ist sichtlich unzufrieden wie man die Gemeinde Cabarete behandelt, welche Aktionen die Tourismusbehörde aus Puerto Plata unternimmt.
Unter anderem ist es lokalen Bewohnern nicht erlaubt an Sitzungen teilzunehmen, eine klare Beleidigung und Missachtung der Bevölkerung. Traditionelle Aktionen welche immer zu Ostern in Cabarete stattfanden wurden untersagt. Zahlreichen kleinen Händlern hat man ihre Verkaufsaktivitäten verboten, ihnen teils ihre Waren beschlagnahmt.
Weitere Form des Protestes: ein Friedensmarsch
Nicht nur mit Gewalt will man protestieren. Am Montag verkündeten Gemeindeleiter und Mitglieder der zivilen Gesellschaft, dass man seine Unzufriedenheit über Tourismusdirektor Lorenzo Sancassani und des Präsidenten der Hotel- und Restaurantvereinigung von Sosua und Cabarete, Thomas Callender Marte mit einem friedlichen Protestmarsch zum Ausdruck bringen wird.
Sancassani und Callender werden als Opportunisten und Feinde der Gemeinde Cabaretes bezeichnet. Es geht um das Verbot der Errichtung von Show-Bühnen und Zelten (Sonnendächer) während der Osterwoche (Semana Santa). Es ist die zweifellos aktivste und meist besuchte Zeit des Strandes von Cabarete und erfordert entsprechend logistische Vorbereitungen. Diese waren bisher immer gewährt worden, dieses Jahr lehnte die Tourismusbehörde in Puerto Plata das Anliegen der Geschäftsleute von Cabarete ab.
Callender wirft man vor schon den Surf-Event „Master oft he Ocean“ in seinem Erfolg zu trüben. Nun will Callender verhindern dass man die Mengen an nationalen und internationalen Besuchern nicht mit mobilen Einrichtungen bedient, ihnen Speisen und Getränke anbietet. Ebenso wurden Bühnen verboten, so dass spezielle musikalische und künstlerische Darbietungen kaum von Besuchern zu sehen sind, die Attraktion damit an Attraktivität verhindert.
Andererseits wirft man vor, dass die Tourismusbehörde von Puerto Plata nur das DR Jazz Festival genehmigt hat, eine Veranstaltung welche nach Mitteilungen dem Tourismusdirektor rund 60.000 USD in die Taschen gespült haben soll.
Nun soll der Protestmarsch helfen die „Feinde von Cabarete“ abzusetzen, bei der Gelegenheit will man mindesten 500 Unterschriften sammeln.
Eine interessante Entwicklung in Cabarete. Hier zeigt man Widerstand. In Sosua hingegen, wo völlig unverständliche Maßnahmen ergriffen werden um einen FAMILIEN-Tourismus zu fördern, halten alle Geschäftsleute sich zurück, nebst der Strandbuden-Betreiber, auch ihre Exitenz ist in unmittelbarer Gefahr wenn die Neustrukturierung des Strandes durchgeführt wird.
\Sancassani profiliert sich als Moralist und Saubermann, hat Prostituierte als das Übel von Sosua ausgemacht. Mehr als 2 Jahrzehnte hat jedoch dieser Bereich (Unterhaltung, auch Sextourismus) den Ort Sosua aufleben lassen. Doch „Schmuddel“ ist out. Mit illegalen Abschiebe-Aktionen hat man Disco-, Bar- und Nachtclubbetreiber verhaftet und deportiert. Wir haben über diesen Amstmissbrauch berichtet. In den meisten Fällen wurde nun zurückgerudert, die Deportierten durften wieder ins Land reisen. Allein, der Unternehmertrieb ist nun gebrochen.
Bisherige Aktionen zur Förderung eines „anständigen“ Tourismus (mit Fussgängerzone, öffentlichen Kinovorstellungen und Musikveranstaltungen) sind allesamt gefloppt. Allein einen Erfolg kann man verbuchen: Touristen, welche sich erfreuten mit weiblicher Gesellschaft ihre Urlaubstage zu verbringen kommen kaum noch.
Die Tourismuspolizei, auch unter der neuen Bezeichnung Cestur (statt Politur) zeigt sich nicht weniger korrupt und unvermögend. Statt Touristen zu helfen und deren Sicherheit zu gewährleisten (gerade an der Hauptstrasse von Cabarete kommt es zu zahlreichen Raubüberfällen, auch in Sosua in einigen Strassenzügen) jagt man lieber die Putas um ihnen das Geld abzunehmen.
Cabarete setzt sich zur Wehr und die Vorwürfe sind deutlich: Die Tourismus-Funktionäre haben nur 2 Dinge im Sinn: das Volk zu schädigen und sich zu bereichern.