Haitianer entforsten die Dominikanische Republik

Santo Domingo.- Ja, diese Schlagzeile entstammt einem patriotischen Nachrichtenmagazin der Dominikanischen Republik. Sachlich ist die Behauptung richtig, dennoch oberflächlich. Es sind Haitianer die sich die Hände schmutzig machen bei der Produktion von Holzkohle, doch das schmutzige Geschäft betreiben haitianische und dominikanische Geschäftsleute gemeinsam. Immer mehr, fast täglich, liest man über die Holzkohlemeiler in der Dominikanischen Republik. 

Früher standen sie in den dichtbewaldeten Naturschutzgebieten, mittlerweile gibt es sie überall, egal ob Mangroven, Pinien, Mahagoni oder andere Baumarten, es wird gefällt was aus Holz ist. Die Dominikanische Republik wird entwaldet, das Holz zur Holzkohle und dann wird diese nach Haiti geschmuggelt und verkauft.  

Nicht nur der Baumbestand ist dadurch in Gefahr, auch die Tierwelt verliert so ihre Heimat. Besonders aktiv ist man momentan in der Region Dajabon-Montecristi. Holzkohle wird mit LKW an die Grenze gefahren, mit Eseln über die Grenze gebracht und dort stehen Händler bereit die dann den Vertrieb in Haiti übernehmen. 

Um dieses Verbrechen zu verhindern soll nun die CESFRONT (Grenzsicherheit) mehr die Grenzen kontrollieren. 86% der in der Dominikanischen Republik produzierten Holzkohle geht nach Haiti. Jährlich, so Schätzungen, sind dies 22.000 Tonnen Holzkohle. 

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