
Dajabon.- Gerade erst gab man seitens der Dominikanischen Republik bekannt dass man einen Evakuierungsplan habe – schon muss man ihn umsetzen. Am Grenzort Juana Mendez in Haiti gab es Tumulte. Wütende Haitianer griffen das dominikanische Konsulat an, warfen Steine, legten brennende Reifen auf die Straße. Umgehend wurde das Konsulats-Personal zum diplomatischen Sitz evakuiert.
Mit Steinwürfen hatte der Mob die Scheiben des Konsulatsgebäudes eingeworfen, die haitianische Polizei rückte an und verdrängte die wütende Menge mit Tränengas. Diese hatte mittlerweile auch den Eingang zur Freihandelszone (Zona Franca) Codevi blockiert. Diese ist Eigentum des dominikanischen Unternehmers Fernando Capellan. Durch die Blockierung des Haupteinganges konnten hunderte von Arbeitern nicht rechtzeitig zu ihrem Arbeitsplatz gelangen.
Im Grunde war es weniger eine Wut auf die Dominikaner, der Protest richtete sich hauptsächlich gegen die Regierung von Michell Martelly, man stellte soziale Forderungen und beklagte den Mangel an Wasser, elektrischer Energie und den schlechten Straßenzustand.
Der binationale Markt in Dajabon hingegen war am Montag geöffnet. Wegen Protesten war dieser am Freitag geschlossen worden.