Vater des Vaterlandes – Juan Pablo Duarte, Vater der Dominikanischen Republik

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Der 26. Januar ist wohl nicht der wichtigste Feiertag in der Dominikanischen Republik, aber dieser Tag ist dem wichtigsten Nationalhelden des Landes gewidmet, dem Vater des Vaterlandes, Juan Pablo Duarte. Dank einer Gesetzgebung wird dieser nationale (patriotische) Feiertag verschoben wenn er auf einen Dienstag bis Freitag fällt um so ein langes Wochenende zu erlangen.

Juan Pablo Duarte wurde am 26. Januar 1813 in Santo Domingo geboren und am 4. Februar 1813 in der Kirche Santa Barbara getauft. Seine Mutter war eine „Seibana“ und hatte einen spanischen Vater und eine dominikanische Mutter. Der Vater von Juan Pablo war der wohlhabende spanische Geschäftsmann Juan José Duarte.

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Dies ermöglichte dem wissbegierigen Juan Pablo später die Möglichkeit, in Spanien und in den USA, Jura und Philosophie zu studieren. Seinen ersten Unterricht erhielt er von seiner Mutter und besuchte dann eine Schule wo der Lehrer Montilla unterrichtete. Von dort ging er zu einer Grundschule für Jungen, wo sich schon früh seine große Intelligenz zeigte. Er wurde später in der Schule von Don Manuel Aybar zugelassen, wo er den Abschluss in Lesen, Schreiben, Grammatik und Rechnen machte.

Danach machte sich Juan Pablo Duarte auf nach Amerika und Europa um weiter zu studieren und zu lernen. Dabei wurde er oft auf den Schiffen verspottet weil sein Land von Ausländern regiert werde und von der haitianischen Seite bedroht sei. Etwas, was ganz offensichtlich seine Denkweise prägte und letztendlich auch die Geschichte der Dominikanischen Republik und das Leben von Juan Pablo Duarte beeinflusste.

In ihm begann sich der Wunsch zu regen sein Heimatland unanbhaengig werden zu lassen. Nur es blieb nicht bei den Gedanken, Freiheit und Unabhängigkeit wurden zum Inbegriff seines Lebens und Handelns.

Juan Pablo Duarte gründete bei seiner Rückkehr nach Santo Domingo 1832, zusammen mit Ramon Mella und Francisco Sánchez die Organisation La Trinitaria. Deren Ziel war es, die Unabhängigkeit von Spanien zu erzwingen. Duarte trug damals oft rote Hemden welches seine romantische Art, aber auch Freiheit signalisieren sollte.

Er eröffnete gar eine Fechtschule und bildete seine Anhänger in der Fechtkunst aus, was helfen sollte wenn man die Spanier dazu zwingen wollte die Dominikanische Republik in die Unabhängigkeit zu entlassen. Für diesen großen Traum musste alles hinten anstehen. Seine Liebe zur Musik und selbst seine Liebe zu María Antonia Bobadilla. Er löste die Beziehung zu ihr auf die er 1836 begann, widmete sich ganz dem Kampf für die Unabhängigkeit.

Am Morgen des 16. Juli 1838 traf er sich mit seinen Verbündeten im Haus von Doña Chepita, welches sich direkt neben der Kirche Santa Barbara befand. Dort beschloss man nun, an das Dominikanische Volk heran zu treten um die Unabhängigkeit zu erzwingen.

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Eine Unabhängigkeit von den haitianischen Besatzungsmächten, welche immer wieder den spanischen Teil der Insel Hispaniola unterwarfen, immer wieder die Herrschaft über die ganze Insel übernahmen. Eine Herrschaft, die Ihnen als Nachfolger der Französischen Kolonialmacht laut dem Friedensvertrag von Basel auch zustand.

Anmerkung : Am 22. Juli 1795 kam es nachts zur Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen Frankreich und Spanien, vertreten durch Domingo de Iriarte. Im Stadtpalais von Peter Ochs, dem Holsteinerhof, kam es zur Unterzeichnung. Spanien musste zwei Drittel der Insel Hispaniola mit Haiti an Frankreich abtreten.

Duarte verbrachte in den darauf folgenden Jahren, als der spanische Landesteil zeitweise vom Nachbarland Haiti besetzt war, einige Zeit im Exil; nach dem Sieg der dominikanisch-spanischen Truppen gegen die Besatzer im Jahr 1844 kehrte er nach Santo Domingo zurück.

Die ihm angebotene Präsidentschaft schlug er aus; vielmehr setzte er sich für freie Wahlen ein. Es kam jedoch zu einem Putsch unter General Pedro Santana, der Duarte erneut ins Exil schickte. Die Dominikanische Republik wurde daraufhin 1861 wieder Spanien angegliedert, Santana war mit der Position als Landesführer überfordert.

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1864, als die Dominikaner die spanische Herrschaft endgültig ablehnten und erneut ihre Unabhängigkeit erlangten, konnte Duarte wieder für kurze Zeit sein Heimatland betreten; er wurde jedoch vom neuen Oberbefehlshaber José Antonio Salcedo, mit dessen Politik Duarte nicht konform ging, erneut ins Exil gejagt. Er starb schließlich in Venezuela, ohne die Dominikanische Republik, seine geliebte Heimat, jemals wieder gesehen zu haben.

1884 wurden seine sterblichen Überreste nach Santo Domingo geholt. Postum erhielt Duarte den Titel „Padre de la Patria“ (Vater des Vaterlandes). Er wird heute als wichtigster Nationalheld des Landes verehrt. Nicht nur unzählige Straßen in allen Städten des Landes und die wichtigste Nord-Süd-Schnellstraße (Autopista Duarte) wurden nach ihm benannt, sondern auch der höchste Berg des Landes in der Cordillera Central, der Pico Duarte.

Die Losung von Duarte war: „Vivir sin patria, es lo mismo que vivir sin honor“ („Leben ohne Vaterland ist eine Leben ohne Ehre“); außerdem prägte er (angeblich) den Slogan der Dominikanischen Republik: „Dios, Patria y Libertad“ („Gott, Vaterland und Freiheit“).

Geht man also nach dem Leitsatz von Duarte, hatte er nicht viel Ehre erlebt da er kaum in seiner Heimat leben konnte, wo aber er ausschlaggebend war mit seiner Idee zur Unabhängigkeit. Er der die Idee ins Land trug erlebte von dieser Freiheit am wenigsten.

Erst ganze 8 Jahre nach seinem Tod im Exil besann man sich auf die Werte die er vermitteln wollte und holte seinen Leichnam in die Heimat zurück wo er dann zum Vater des Vaterlandes und zum Nationalhelden gekürt wurde – etwas was er zu Lebzeiten nie war.

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